1000 Jahre - Adelsried feiert (22.05.2018)

Ein großes Fest soll es werden:

1000 Jahre und doch so jung!

vom 08.08.2019 - 18.08.2019 ist Alt und Jung auf den Beinen um Adelsried zu feiern.
Eine Zeitreise durch die Dorfentwicklung soll es werden.
Vom Früher bis zum Heute.


Damit das Fest auch wirklich eine runde Sache wird brauchen wir Sie:

Sie haben Ideen zu unserem Programm?
Sie kennen jemanden der Ideen hat und diese am besten auch umsetzen kann?
Sie möchten uns unterstützen beim Nähen, handwerken oder beim Festzeichen verkaufen?
Sie möchten die Vereine und Gruppen bei den Bewirtungen unter die Arme greifen?
Sie möchten ....
Sie beherrschen eine alte Handwerkskunst?

Melden Sie sich doch bei den Mitgliedern des Festkomitees:
Stefan Kramer, Thomas Ohnheiser, Anton Rittel, Ludwig Lenzgeiger, Sebastian Bernhard, Gerhard Furnier, Erna Stegherr-Haußmann
oder per mail an rathaus@gemeinde-adelsried.de
oder per Telefon  08294/86920



Ein Dorf lebt und leidet in den Jahrhunderten

Die Anfänge des Dorfes gehen zurück auf eine große Rodungsperiode im 11. Jahrhundert.
In einem Auszug aus der Geschichte des Kgl. Bay. Amtsgerichtes Zusmarshausen, die vom Kgl. Landrichter Max Beck im Jahre 1828 erstellt wurde, kann man Rückschlüsse auf erste Besiedlungen in unserer Gegend ziehen.
Die ältesten Besitzungen des Hochstiftes Augsburgs nennt eine glaubwürdige Überlieferung „Kaiserliche Geschenke“. Dieser Forst „Rauhe Forst“ wurde wegen seiner Größe in sechs Reviere oder Forsthöfe geteilt: Ostheim (Schäfstoß) , Lüftenberg, Lindgraben, Zusmarshausen,Werleswang und Adelsried. Auf all diesen Forsthöfen wurde ein sog. „forestarius“ und Lehenträger eingesetzt.

Aus diesen Forsthöfen entstanden dann die ersten drei Ursiedlungen: Adelhartsried (Rodung unter Bischof Adelhart), Vogtsweiler ( Villa Vogteswiler) und Ulrichsried (Ovdelrichesriet) Rodung des Bischof Ulrich. Der letzte Ort scheint in der Vergangenheit vollständig verschwunden zu sein.

Die Aufgabe dieser „forestarii“ war, die Wildnis zu beschränken und den Ackerbau hervorzubringen. Max Beck schreibt: „In einer Gegend, die jetzt noch (1828) über die Hälfte mit Wald bedeckt ist, konnte vor 800 Jahren dem Forstherrn nichts angelegener sein, als den Feldbau auf Kosten des unnützen Gehölzes emporzubringen.“ Mehrere Güter waren als bischöfliche Lehen in Händen des Adelsgeschlechtes der Schrage von Knöringen zu Emersacker. Egelolf der Schrage verkaufte 1309 mehrere Güter und Vogtei an das Kloster Hl. Kreuz.

Dr. Hans Eberlein notiert in seinen Beiträgen zur Heimatkunde des Landkreises Augsburg: „Der Ortsname Adelshartesriet kommt erstmals in einer Urkunde vom 23. Februar 1309 vor und wird auch noch 1463 genannt. Vocteswiler wird 1231 und noch 1463 genannt, Ulrichsried erscheint im 12. Jahrhundert und nochmal im Jahre 1316. In Urkunden tauchen interessanterweise immer wieder unterschiedliche Schreibweisen auf wie Adelzried, Adletsried, Adlatsried, und auch Unter-Adlatsried (Adelsried) zur Unterscheidung von Ober-Adlatsried dem heutigen Aretsried. Das macht es für Heimat- und Geschichtsforscher besonders mühsam.
Das Dorf wird bis heute durch den Bach „Laugna“ in zwei Teile getrennt. Der westliche Teil beschreibt den Ortsteil Adelhartsried, der östliche und ältere den Ortsteil Vogtsweiler.


Als Besitzer und Lehensgeber traten also auf: das Hochstift zu Augsburg für Adelhartesried, das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra für Ulrichsried und das Augustiner Chorherrnstift Hl. Kreuz für Vogtsweiler. Daneben gab es noch zwei Augsburger Patrizierfamilien: die Portner und die Sulzer.

Der Ortsteil Kruichen war über viele Jahrhunderte der bedeutendere Gemeindeteil. Das verwundert auch nicht, lag es doch an einer wichtigen Wegekreuzung. Hier trafen sich die Kauf- und Fuhrleute und Kuriere. Sie waren auf dem Weg von Augsburg nach Dillingen oder auf dem Weg aus dem Rothtal (Horgau, Zusmarshausen) in das Lechtal (Gablingen). Deshalb entstand an dieser Stelle auch sehr bald eine Gaststätte, in der man nicht nur Rast machte sondern auch Erlebnisse, Ereignisse, Meinungen und allerhand Neuigkeiten austauschte.

Im Mittelalter tauschten und verkauften die Grundherren Besitzungen und ganze Dörfer mit dem Ziel, zersplitterte Besitzungen zu größeren Einheiten zusammenzufassen oder abzurunden. So tauschte das Hochstift Augsburg im Jahre 1617 seine Besitzungen im unteren Dorf gegen solche in Göggingen, Honsolgen und Oberostendorf (Landkreis Ostallgäu). Dadurch wurde das Kloster Hl. Kreuz zum alleinigen Besitzer von Adelsried. Es stellte sich die Frage: warum hat dies das Hochstift veranlasst? Diese neuen Besitzungen des Bischofs lagen im Süden von Augsburg und auf dem Weg zu seinem Sommersitz in Füssen. Vermutlich wollte er freie Durchfahrt dorthin haben und Unannehmlichkeiten wie Zahlung von Wegerechten oder auch Zöllen entgehen.

Das Leben im Mittelalter auf den kleinen Dörfern war geprägt von Einfachheit, Armut und Eintönigkeit und aus der heutigen Betrachtung kaum vorstellbar. Als Behausungen standen meist nur stroh- und schilfgedeckte Häuser mit wenigen Räumen zur Verfügung. Diese waren in Ständerbauweise (Fachwerk) ausgebildet. Das Gefache wurde mit Weidenruten, Stroh, Kuhdung und Lehm ausgefüllt. Im Haus stand nur eine einzige Feuerstelle meist zum Kochen zur Verfügung. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts lösten gebrannte Ziegel und Platten die Stroheindeckung ab. Ausschlaggebend dafür waren auch Forderungen der Brandversicherung, denn dem Feuer fielen häufig nicht nur einzelne Gebäude oft auch ganze Straßenzüge zum Opfer.
Blickt man auf tausend Jahre Adelsried zurück, so hat die Geschichte wohl keine prägenden Ereignisse gebracht, die in Geschichtsbüchern nachzulesen wären. Es lebten aber über die Jahrhunderte Menschen hier, die stets versucht haben, mit ihrer Arbeit zu überleben. Ihre tägliche Nahrung haben sie größtenteils aus der Landwirtschaft gewonnen, wobei Sparsamkeit immer oberstes Prinzip war. Das Leben und Überleben hatte wenig damit zu tun, wie wir es heute oft bei mittelalterlichen Festen erleben. Es gab keine Bratwürste, Steaks und Pommes frites. Die Kartoffel kam erst im 18. Jahrhundert (Friedrich der Große) nach Deutschland. Hauptnahrungsmittel waren Milch und Speisen aus Getreide. Fleisch gab es höchstens einmal in der Woche oder gar nur an hohen Festen.
Ähnlich verhielt es sich mit der Kleidung. Im Mittelalter waren die Menschen weit davon entfernt in Tracht aufzutreten. Es gab weder bestickte hirschlederne Hosen noch verschieden farbige Dirndl. Trachten, wie wir sie heute kennen, waren eine Erscheinungsform erst ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach der Gründung des Königsreiches Bayern (1806) empfahl der erste Bayerische König Maximilian I. den Bayerischen Gebirgsschützen eine besondere Kleidung ( Schützentracht), um eine Zugehörigkeit und Identifikation mit ihrer Heimat herzustellen.
Auf dem Land herrschte einfache Leinen- und Wollkleidung vor. Diese konnte selbst aus dem Flachsanbau und der Schafzucht in Heimarbeit, vor allem während Winterszeit, produziert werden. Nur in den Städten kleideten sich die Patrizier und reichen Kaufleute in Samt, Seide und Brokat. Daneben gab es aber auch dort sehr arme Bevölkerungsschichten.

Adelsried war in früheren Jahrhunderten zwar nie Kriegsschauplatz für große, die Geschichte beeinflussende Auseinandersetzungen. Es zogen aber immer wieder fremde Soldatenheere durch das Dorf und die Umgebung, um ihre Konflikte an Donau, Lech und auch im Rothtal häufig sehr blutig auszutragen. Zu diesen Zeiten litten die Menschen stets große Not und lebten in Angst und Schrecken, denn die Soldaten raubten zu ihrem eigenen Überleben die Häuser aus, vertrieben oder ermordeten die Bewohner oder zündeten deren Häuser an. Nachweislich waren viele Dörfer, wie auch Adelsried, nach dem 30-jährigen Krieg (1648) völlig ausgestorben. Ursachen waren dafür marodierende Soldaten, aber auch Krankheiten wie Pest und Cholera und unsägliche Hungersnöte. Das Mittelalter oder auch die gute alte Zeit war aus heutiger Sicht alles andere als schön, angenehm oder gar friedlich.

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